Donnerstag, 14. Juni 2012

Dr. Seuss

Theodor Seuss Geisel (1904-1991), besser bekannt als Dr. Seuss, ist ein amerikanischer  Autor und  Illustrator von insgesamt 46 Kinderbüchern. Seine berühmtesten Werke sind The Cat in the Hat und How the Grinch stole Christmas. In englischsprachigen Ländern wächst fast jedes Kind mit den Geschichten von Dr. Seuss auf, in anderen Ländern ist er eher unbekannt, so auch in Deutschland. Gerade durch die Omnipräsenz von Dr. Seuss in der englischsprachigen Kinderwelt ist die kulturelle Relevanz dieser Bücher selbstverständlich und sollte in jedem Englischunterricht thematisiert werden. Neben der kulturellen Bedeutsamkeit dieser Bücher ist auch der typische Reimstil für den Englischunterricht der Grundschule vom großen Wert. Dadurch und durch die gelegentliche Verwendung von Zungenbrechern legt Dr. Seuss fremdsprachendidaktisch ganz klar den Fokus auf die Aussprache. Außerdem eignen sich die Bücher hervorragend für den fremdsprachlichen Schriftspracherwerb und sind an sich schon didaktisiert. Der Autor begann seine Bücher didaktisch und methodisch zu überdenken, als 1954 viele Medien in den USA über Leseschwächen bei amerikanischen Kindern und Jugendlichen zu berichten begannen. Aus diesem Grund kürzte er das Buch The Cat in the Hat von 400 unterschiedlichen Wörtern auf 250, um dadurch den Einsatz in Grundschulen zu erleichtern und somit die Lesefreude der Kinder anzukurbeln. Für das Kinderbuch Green Eggs and Ham benötigte er sogar nur 50 unterschiedliche Wörter. Hop on Pop von Dr. Seuss ist wie eine Lesefibel aufgebaut, mit ansprechenden Texten und Illustrationen:


Gerade durch den begrenzten Wortschatz, die ansprechenden Reime und die immer wiederkehrenden Satzstrukturen sind seine Bücher für den frühen Englischunterricht geeignet, da die Kinder den Inhalt rasch verstehen können. 

Mir gefällt besonders der Rhythmus und die Metrik der gereimten Geschichten aufgefallen, welche den Schülern nicht nur Spaß machen, sondern auch das phonologische Bewusstsein und ein allgemeines Rhythmusgefühl für die englische Sprache fördern. Bereits beim Betrachten der Titel der vielen Dr. Seuss-Werke kann man Schwerpunkte für das Trainieren der Aussprache und bestimmter Satzstrukturen festlegen. Dies gilt besonders für Laute, die in der deutschen Sprache nicht vorhanden sind und Deutschen somit besonders viele Schwierigkeiten bereiten. Beispielsweise beinhaltet Oh, the Thinks you can Think! viele Wörter mit dem Laut [θ] und If I ran the Zoo legt den Fokus auf Conditional Clauses

 
Fox in Socks und Oh Say Can You Say? umfassen eine ganze Reihe an Zungenbrechern mit dazugehörigen Illustrationen in verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Diese Zungenbrecher thematisieren typische Ausspracheprobleme wie beispielsweise die Diskriminierung der ähnlichen Laute [b] und [p], [g] und [k], [d] und [t], [v] und [w], [z] und [s] sowie [ð] und [θ]. 

Zur Verdeutlichung habe ich einen kurzen Ausschnitt aus Fox in Socks ausgewählt:

            „When tweetle beetles fight,
            it’s called a tweetle beetle battle.
            And when they battle in a puddle,
            it’s a tweetle beetle puddle battle.”  (Quelle: Dr. Seuss, Fox in Socks, 1965, S. 50-51)



Green Eggs and Ham ist wegen seines geringen Wortschatzes für den frühen Fremdsprachenunterricht besonders interessant. Hierbei handelt es sich, um eine Art Streitgespräch zwischen Sam und einem namenlosen Charakter.

Hier ist die Geschichte als Video (allerdings finde ich den Gesang zwischendurch etwas nervig):

Bei dieser Geschichte liegt der Schwerpunkt ganz klar auf dem Laut [æ], aber auch [ð] und [w] werden hier thematisiert. Außerdem kann durch die Wörter green und eggs der Unterschied zwischen [g] und [k] herausgearbeitet werden. Zur Veranschaulichung habe ich eine Textpassage ausgewählt und die Ausspracheschwerpunkte darin farblich markiert:

-          „I am Sam.
                   I am Sam.
                   Sam I am.
-           That Sam-I-am.
                   That Sam-I-am.
                   I do not like that Sam-I-am.
-           Do you like green eggs and ham?
-           I do not like them, Sam-I-am.
                   I do not like green eggs and ham.
-           Would you like them here or there?
-           I would not like them here or there.
                   I would not like them anywhere.
                   I do not like green eggs and ham.
                   I do not like them, Sam-I-am” (Quelle: Dr. Seuss, Green Eggs and Ham, 1960, S. 3-17)

Zusätzlich können durch Green Eggs and Ham die Satzstrukturen I do not like… und Would you like…? eingeführt werden, welche permanent im Laufe der Geschichte wiederholt werden. Außerdem wird der Text durch dazugehörige Illustrationen gestützt. Die Zeichnungen sind sehr fantasievoll und die Protagonisten der Geschichte sind ebenfalls fiktive Wesen.

Auf der offiziellen Internetseite von Dr. Seuss findet man viele verschiedene Unterrichtsmaterialien, Arbeitsblätter und Anregungen zu der Geschichte, wie auch zu den meisten anderen Werken:
http://www.seussville.com/

Einige Geschichten von Dr. Seuss wurden als Hörspiele vertont oder als kurze animierte Fernsehfilme adaptiert, wovon viele im Internet zur Verfügung stehen (s. iTunes, YouTube, Amazon).

Hier ist ein Hörspiel in britischem Englisch von Green Eggs and Ham:

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Dieser Eintag ist, in etwas abgewandelter Form, meiner Masterarbeit entnommen:
Mediengestützter Fremdsprachenunterricht in der Grundschule

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